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Leistungsfeststellung und Leistungsrückmeldung

In unserem Schulsystem werden Leistung oft durch Klassenarbeiten festgestellt und die Ergebnisse in Schulnoten ausgedrückt. Wir sind uns darüber im Klaren, dass es schwierig ist, individuelle Lernfortschritte in Klassenarbeiten zu erfassen und in Ziffernnoten auszudrücken. Auch wenn wir bislang dieses Dilemma nicht auflösen können, sind wir uns dessen doch immer wieder bewusst und machen uns darüber Gedanken. So suchen wir wenn möglich, andere Arten der Leistungserfassung und -rückmeldung, die den Kindern Orientierung, Anregung und Bestärkung geben und ihre persönlichen Anstrengungen würdigen. „Fehler“ dienen dabei als wertvolle Hinweise über die Art zu denken, bieten die Grundlage für eigene Entwicklungen und stellen somit wichtige Lernchancen dar.

Immer wieder geben wir den SchülerInnen die Möglichkeit, Themen, die sie interessieren, ihren Mitschülern zu präsentieren. Bei den Rückmeldungen achten wir darauf, dass wertschätzend und sachbezogen kritisiert und Gelungenes besonders herausgestrichen wird. Sehr schnell gewöhnen sich die Beobachter dabei an, ihre Urteile zu begründen („Es hat mir gefallen, weil…“)

Nach Freiarbeitsphasen dürfen die Kinder immer wieder von ihrer Arbeit berichten oder Arbeitsergebnisse vorstellen. Besondere Dinge werden ausgestellt, aufgehängt oder in einem gesonderten Ordner gesammelt. Auch das Dokumentieren durch Fotos ist hier eine Möglichkeit, Gearbeitetes festzuhalten und wertzuschätzen.

Neben den herkömmlichen Klassenarbeiten haben die Kinder immer wieder auch Zeit, während der Freiarbeitsphasen an Aufgaben zu arbeiten, die benotet werden. Das kann zum Beispiel eine Geschichte sein, deren Thema frei gewählt wird und die im Verlauf einer Woche geschrieben und überarbeitet wird oder ein Diktat, das durch unterschiedliche Übungsaufgaben geübt und zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt mit einer CD über Kopfhörer geschrieben wird.

In Einzelgesprächen mit den Kindern über ihre Ideen, Gedanken und ihr Tun hören wir, worüber die Kinder nachdenken, sehen ihre Lösungsmöglichkeiten, geben unsere Beobachtungseindrücke weiter und bestärken die Kinder in ihrem Arbeiten.

Schriftliche Rückmeldungen unter einer Arbeit, als Brief im Klassenbriefkasten oder als Mail bei „Antolin“ bieten oft eine gute Möglichkeit, den Kindern mehr zu sagen, als eine Note das ausdrücken kann. In Klasse 3 und 4 geben sich die Kinder auch gegenseitig auf diesem schriftlichen Weg  Rückmeldungen.

Von der ersten Klasse an bekommen die Kinder immer wieder Gelegenheit, ihren Arbeitsprozess und ihre Ergebnisse zu überdenken und sich selbst einzuschätzen, indem sie beispielsweise auf Arbeitspläne in einer vorgesehenen Spalte durch ein lachendes, neutrales oder trauriges Gesicht ihre Zufriedenheit ausdrücken. Häufig zeigen sie dabei eine sehr genaue Einschätzung ihrer Stärken und Schwächen.

Immer wieder erleben wir, dass die Kinder dann mit ihrem Schaffen und ihren Ergebnissen besonders zufrieden sind, wenn sie eine persönliche Hürde überwinden konnten und einen für sie spürbaren Schritt selbst gegangen sind. Diese geglückten Momente des Lernens wünschen wir ihnen so oft wie möglich und es ist uns ein Anliegen, ihre persönlichen Anstrengungen durch Notendruck nicht zu frustrieren.